Netzsicherheit

VPN-Apps für mehr Sicherheit im WLAN-Netz

 

Der Komfort des mobilen WLAN-Netz oder den mobilen Internet-Zuganges über das Handynetz hat auch im Berufsleben viele Vorteile. So lassen sich flexibel und schnell von überall aus E-Mails an Kunden schreiben oder Dokumente bearbeiten. Und jederzeit kann ein kurzer Blick in den Kalender geworfen werden. Effizientes Arbeiten von unterwegs wird damit möglich. Oft wird jedoch schnell vergessen: Es hören und lesen mehr Menschen mit als Sie es sich wünschen. Denn der Einfachheit halber sind die meisten Hotspots nicht verschlüsselt. Besonders nach der erst kürzlich bekannt gewordenen Sicherheitslücke des «KRACK»-Angriffs gelten öffentliche WLAN-Netze als unsicher. Doch was können Sie tun um sich vor Datendieben oder Schad-Software zu schützen?

 

Mehr Sicherheit mit der richtigen Verschlüsselung

Zwar sorgen zusätzlich verschlüsselte Verbindungen beim Mail-Versand oder dem Zugriff auf die Cloud-Dokumentenablage davor, dass Inhalte sofort eingesehen werden können, ohne vorhandenen Basisschutz – also Updates und Virenschutz – sollten Sie mit dem Handy, Tablet oder Notebook aber gar nicht erst online gehen. Bei den kürzlich entdeckten Sicherheitslücken bei der Authentifizierung im WLAN – dem sogenannten „KRACK“-Angriff – existieren häufig (noch) gar keine Sicherheits-Updates. Mit zusätzlichen Programmen bzw. Apps können Sie bei Smartphones und Tablets jedoch ohne grossen Aufwand sicherer surfen und die Wahrscheinlichkeit eines Virenangriffs verringern.

Mit einem Virtual Private Network (kurz VPN) wird ein privates Netzwerk errichtet, das die Internet-Verbindung zuerst ins Netz des VPN-Anbieters führt und von dort aus mit dem „offenen Netz“ verbindet. Der Vorteil ist, dass die Verbindung zum VPN-Anbieter verschlüsselt und somit zum einen verhindert wird, dass Daten abgehört werden können, und zum anderen deren Herkunft verschleiert wird.

Da die Verbindung zum Mailserver oder einer Webseite über das Netz des VPN-Anbieters erfolgt, können deren Provider durch Zugangsknoten in unterschiedlichen Ländern den eigentlichen Standort verschleiern. So kommt dann beispielsweise eine Anfrage auf einer Webseite aus Frankreich und nicht aus einem öffentlichen WLAN-Zugang in einem Züricher Café. Der Schutz besteht selbst dann, wenn ein kompletter Datenverkehr über einen Hotspot mitgeschnitten werden sollte, da das VPN-Netz die Daten als unverständlichen Datensalat verschlüsselt und somit für den Angreifer unbrauchbar macht.

 

Da der Netzwerkverkehr über die Infrastruktur des Anbieters umgeleitet wird, kann ein Nachteil bei einer VPN-Verbindung sein, dass die Netzgeschwindigkeit leicht gedrosselt wird. Da die Datenmengen bei normaler Nutzung wie Mailen, Surfen und das Bearbeiten von Dokumenten eher überschaubar sind, dürfte dies den Berufsalltag jedoch nicht besonders einschränken.

 

Ist das Mobilnetz eine sichere Alternative?

Grundsätzlich ist das Mobilfunknetz oft sicherer als ein öffentliches WLAN und Hotspots. In wieweit die Privatsphäre des Users dabei gewahrt bleibt hängt jedoch immer auch vom Verhalten des VPN-Anbieters ab. Je weniger dieser den Verkehr protokolliert, desto höher ist der Schutz für den User.

 

Ohne VPN-Verbindung in Hotspots?

Falls die VPN-Verbindung am WLAN-Hotspot mal nicht funktioniert oder Sie sich in öffentliche Netzwerke ohne VPN einloggen, sollten Sie zumindest darauf achten keine persönlichen Daten einzugeben und insbesondere kein Online-Banking (!) betreiben.

 

Was können Sie noch tun?

Grundsätzlich sollten Sie immer dafür sorgen, dass Hard- und Software Ihrer mobilen Geräte aktuell und auf dem neusten Stand sind und die HTTPS beim Aufrufen von Websites überprüfen. Ausserdem sollten Sie darauf achten, dass Sie mit dem richtigen offenen Netzwerk verbunden sind. Wenn Sie einen Hotspot nicht mehr benötigen, sollten Sie diesen auch wieder abschalten. Zudem empfiehlt es sich regelmässig alle Pass- und Kennwörter zu ändern.