Treuhand

Coronavirus und seine wirtschaftlichen Folgen

 

 

Der Bundesrat hat am Freitag, 20. März 2020, Massnahmen für die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 kommuniziert. Als Fortsetzung unseres Artikels vom 11. März 2020 erfahren Sie alles über die geänderten und neuen Bedingungen. Mit den neuen Massnahmen sollen Härtefälle soweit wie möglich vermieden und die betroffenen Personen und Branchen im Bedarfsfall möglichst unbürokratisch, gezielt und rasch unterstützt werden.

 

1. Liquiditätshilfen für Unternehmen

 

Aufgrund der Schliessung von Betrieben sowie Nachfrageeinbrüchen verfügen zahlreiche Unternehmen trotz Kurzarbeitsentschädigung für ihre laufenden Kosten über immer weniger liquide Mittel. Mit einem Bündel von sich ergänzenden Massnahmen soll verhindert werden, dass grundsätzlich solvente Unternehmen in Schwierigkeiten geraten. Aus diesem Grund haben der Bund und die Kantone Hilfspakete geschnürt. Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Bestimmungen des eidgenössischen Hilfspakets vor.

 

Bankkredite als Soforthilfe ab Donnerstag, 26. März 2020

KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) können ab Donnerstag, 26. März 2020, Überbrückungskredite von ihrer Hausbank erhalten. Dieses Programm soll auf bestehenden Strukturen der Bürgschaftsorganisationen aufbauen. Betroffene Unternehmen sollen rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10 Prozent des Umsatzes oder maximal 20 Mio. Franken erhalten. Dabei sollen Beträge bis zu 0,5 Millionen Franken von den Banken sofort ausbezahlt und vom Bund vollumfänglich garantiert werden. Darüber hinausgehende Beträge sollen vom Bund zu 85 Prozent garantiert werden. Die Modalitäten für diese Kredite sind noch nicht bekannt. Informieren Sie sich am besten auf der Homepage Ihrer Bank.
 

Zahlungsaufschub für Sozialversicherungsbeiträge

Unternehmen in finanzieller Bedrängnis kann ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Wer über einen Zugang über AHVeasy oder PartnerWeb verfügt, kann die Anpassung der Akontobasis schnell und einfach online erledigen. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akontobeiträge sind die AHV-Ausgleichskassen.
 

Liquiditätspuffer im Steuerbereich und für Lieferanten des Bundes

Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, die Zahlungsfristen zu erstrecken, ohne Verzugszins zahlen zu müssen. Aus diesem Grund werden für die Mehrwertsteuer, für Zölle, für besondere Verbrauchssteuern und für Lenkungsabgaben in der Zeit vom 21. März 2020 bis 31. Dezember 2020 keine Verzugszinsen in Rechnung gestellt. Für die Direkte Bundessteuer gilt dieselbe Regelung ab dem 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Viele Kantone folgen diesem Beispiel.
 

Rechtsstillstand gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchkG):

Vom 19. März bis und mit 4. April 2020 dürfen Schuldnerinnen und Schuldner in der ganzen Schweiz nicht betrieben werden.

 

2 Ausweitung und Vereinfachung Kurzarbeit

 

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) deckt den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitgebern über einen gewissen Zeitraum einen Teil der Lohnkosten. Damit soll verhindert werden, dass infolge kurzfristiger und unvermeidbarer Arbeitsausfälle Kündigungen ausgesprochen werden.

 

Die Kurzarbeitsentschädigung (KAE) beträgt 80 Prozent des Lohnes. Der Mitarbeitende trägt die Einbusse von 20 Prozent. Es ist auch möglich, einen anteiligen Arbeitsausfall geltend zu machen, wenn noch teilweiser Arbeitseinsatz möglich ist.

 

Im Gegensatz zur Arbeitslosenentschädigung werden die Leistungen an den Arbeitgeber ausgerichtet, der sie dann über die monatliche Lohnabrechnung an den Arbeitnehmenden weiterleitet. Jeder Arbeitnehmende hat jedoch das Recht, die Kurzarbeit abzulehnen. Der Arbeitgeber muss diesen Arbeitnehmenden weiterhin den vollen Lohn auszahlen. Für die Arbeitnehmenden besteht dann jedoch ein erhöhtes Risiko, die Kündigung zu erhalten.

 

Per 17. März 2020 hat der Bundesrat den Kreis der Anspruchsberechtigten auf weitere Personengruppen ausgeweitet:

  • Arbeitnehmende mit befristetem Arbeitsvertrag
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  • Personen in einem Lehrverhältnis (Lernende)
  • Arbeitgeberähnliche Angestellte (Gesellschafter, finanziell am Betrieb Beteiligte und Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums, die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten oder eingetragenen Partner). Sie erhalten eine Pauschale von 3‘320 Franken pro Vollzeitstelle.

 

Nach wie vor nicht anspruchsberechtigt sind:

  • Arbeitnehmende in gekündigtem Arbeitsverhältnis
  • Personen, die mit Kurzarbeit nicht einverstanden sind
  • Personen, deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist (z.B. Gelegenheitsarbeit).
  • Arbeitnehmende, die ihre Arbeitsleistung aus persönlichen Gründen nicht erbringen können (z. B. Angst vor Ansteckung oder familiäre Verpflichtungen wie Pflege eines Familienmitglieds im Krankheitsfall, Betreuung der Kinder bei Schliessung der Schulen oder Horte - siehe jedoch Punkt 4 nachfolgend)
  • Wenn eine andere Versicherung leistungspflichtig ist, z.B. die Unfallversicherung oder Krankentaggeldversicherung, kann keine KAE verlangt werden, der wirtschaftliche Schaden wird durch diese Versicherung abgedeckt. Die KAE kommt nur dann zum Zug, wenn keine andere Versicherung einspringt.

 

Neue Regeln

Die Ansprüche auf Kurzarbeit wurden nochmals ausgebaut:

  • Der Karenztag (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigung wird ganz aufgehoben. Damit entfällt der Selbstbehalt an den Kosten der Arbeitsausfälle für den Arbeitgeber.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Mehrstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.

 

Beantragung von Kurzarbeit – ein Rennen gegen die Zeit

Wichtig zu wissen ist, dass der Anspruch (nach den heute bekannten Regelungen) nicht rückwirkend geltend gemacht werden kann, es gilt nach wie vor eine Voranmeldefrist von drei Tagen. Sie müssen somit sofort aktiv werden, wenn Sie einen Anspruch geltend machen wollen.

 

Massgebend für den Fristenlauf bei Einreichung ist der Poststempel. Um sicher zu gehen, ist es nicht falsch, die Voranmeldung per Einschreiben zu versenden. Empfehlenswert ist zudem, die Voranmeldung vorab per E-Mail an die zuständige Stelle zu senden und eine Kopie dieser E-Mail bei der Anmeldung per Post beizulegen. In diesem Fall gilt das Datum der E-Mail als Anmeldedatum.
 

Wo einreichen?

Voranmeldungen von Kurzarbeit müssen von den Arbeitgebern bei der zuständigen kantonalen Amtsstelle (KAST) eingereicht werden. Massgebend ist der Kanton, in welchem sich Ihr Unternehmen oder der Hauptsitz Ihrer Gesellschaft befindet.

Eine Übersicht über die Einreichungsorte in den Kantonen finden Sie hier.

 

Welche Unterlagen sind einzureichen?

Mit folgenden Formularen wird Kurzarbeit angemeldet:

Das Formular «Voranmeldung zur Kurzarbeit» finden Sie hier.

Das Formular «Zustimmung zur Kurzarbeit» finden Sie hier.

 

Aktuell reicht für die Voranmeldung die Bestätigung der Geschäftsleitung, dass alle betroffenen Arbeitnehmenden mit der Kurzarbeit einverstanden sind. Je nach Kanton können noch weitere Unterlagen oder Angaben erforderlich sein.

 

Beachten Sie, dass die Mitarbeitenden mit der Kurzarbeit und der damit einhergehenden Lohnkürzung von 20 Prozent einverstanden sein müssen. Die Sozialversicherungen werden auf dem ungekürzten Lohn abgerechnet, damit es keine Lücken bei den Sozialversicherungen gibt. Es versteht sich, dass die Erstellung einer korrekten Lohnabrechnung dadurch wesentlich anspruchsvoller wird.

 

Beachten Sie die Zusatzfragen auf der Voranmeldung zur Kurzarbeit (Punkte 9 bis 12). Diese Fragen müssen auf einem Zusatzblatt in Textform beantwortet werden. Es werden nicht alle auf dem Formular aufgeführten Punkte verlangt, es müssen nur vier Fragen beantwortet werden:

  • Frage 9a: Tätigkeitsgebiet der Firma
  • Fragen 10b: monatliche Umsätze/Honorarvolumen der letzten zwei Jahre. Wenn keine Monats- oder Quartalszahlen vorliegen, sind die Jahresumsätze anzugeben.
  • Frage 11a: Begründung. Dies ist die entscheidende Angabe. Ein genereller Verweis auf das Coronavirus reicht nicht aus, um einen Anspruch auf KAE zu begründen. Vielmehr müssen Sie glaubhaft darlegen, weshalb die zu erwartenden Arbeitsausfälle auf das Coronavirus zurückzuführen sind. Der Arbeitsausfall muss somit in einem direkten Zusammenhang mit dem Auftreten des Virus stehen.
  • Frage 11c: Wurden Auftragstermine verschoben? Wenn ja, warum? Art und Umfang der verschobenen Aufträge. Diese Frage ist detailliert zu beantworten, damit sich die KAST ein Bild von der Sachlage machen kann.

 

Vorgehen, wenn Sie bereits Kurzarbeit angemeldet haben, aber nicht für die neu Berechtigten

Einige KAST haben bereits vermeldet, dass eine Nachmeldung der nach neuester Regelung zusätzlich Anspruchsberechtigten nicht notwendig ist, sie können einfach auf der Abrechnung zusätzlich aufgeführt werden. Erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen KAST.
 

Schadenminderungspflicht

Die Kurzarbeit kommt nur dann zum Tragen, wenn keine andere Versicherung leistungspflichtig ist. Wenn eine teilweise Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmenden möglich ist, darf nur die Ausfallzeit geltend gemacht werden.

 

Dauert ein (teilweiser) Arbeitsausfall länger als ein Monat, hat der Arbeitgeber seine Arbeitnehmenden aufmerksam zu machen auf die Pflicht, eine Zwischenbeschäftigung zu suchen.
 

Frist für die Bewilligung von Kurzarbeit

Die Eingabe der Kurzarbeit wird bei der zuständigen kantonalen Amtsstelle für Arbeitslosenversicherung (KAST) vorgenommen, abgerechnet und ausbezahlt wird die Kurzarbeitsentschädigung von der zuständigen kantonalen Arbeitslosenkasse, also von einer anderen Amtsstelle.

 

Die KAST hat zehn Tage Zeit, das Gesuch zu bewilligen oder abzulehnen oder fehlende Unterlagen für die Beurteilung einzufordern. Es liegt auf der Hand, dass es kaum möglich sein wird, alle Gesuche innert dieser Frist zu behandeln. Der Gesuchsteller muss sich wohl auf längere Wartezeiten einstellen.
 

Erfassung der Arbeitszeit

Die Erfassung der Arbeitszeit ist eine arbeitsrechtliche Pflicht, und das nicht nur, wenn Kurzarbeitsentschädigung beantragt wird. Nicht überall war in der Vergangenheit sichergestellt, dass die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden jederzeit nachvollziehbar waren. Für die Geltendmachung der Kurzarbeitsentschädigung ist es jedoch wichtig, laufend nachvollziehbare Aufzeichnungen zu haben, damit Arbeitseinsätze und Absenzen korrekt deklariert werden können. Die Kurzarbeitsentschädigung kann nur gestützt auf eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle (Stempelkarte, Stundenrapporte) eingefordert werden.
 

Abrechnung der KAE, Lohnverarbeitung

Die Geltendmachung der KAE ab April 2020 und die Lohnverarbeitung werden wir in einer weiteren Sonderausgabe des BDO Newsletters erläutern.

 

Dennoch müssen aktuell die Löhne für den Monat März abgerechnet werden und der Arbeitgeber muss die KAE vorschiessen. Es ist empfehlenswert, die Ausfallstunden abzuschätzen und die Kürzung von 20 Prozent auf den darauf entfallenden Lohn bereits im März in Abzug zu bringen. Sobald die Abrechnung der KAE vorliegt, kann der Abzug rückgängig gemacht und die KAE korrekt abgerechnet werden.

 

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Kommentar auf jeder Lohnabrechnung im Sinne von «Provisorische Abrechnung, wird korrigiert sobald definitive Verfügung über die Kurzarbeitsentschädigung vorliegt». So wissen die Arbeitnehmenden, dass der definitive Lohn von der aktuellen Auszahlung abweichen kann.

 

3 Entschädigungen bei Erwerbsausfällen für Selbstständige

 

Anspruch auf Entschädigung

Selbstständigerwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine anderweitige Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für den Fall einer Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes (z.B. Ladengeschäft oder Coiffeursalon) vorgesehen.

 

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert werden oder weil sie einen eigenen Anlass absagen müssen.
 

Beginn und Dauer des Anspruchs

Für Selbstständigerwerbende beginnt der Anspruch, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anzahl Taggelder ist limitiert auf 30. Der Anspruch endet, wenn die Massnahmen gemäss Epidemiegesetz (EpG) aufgehoben werden.
 

Höhe der Entschädigung, Auszahlung

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung berechnet und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag (entspricht einem maximal versicherten Einkommen von 88'200 Franken pro Jahr). Als Einkommensbasis gilt wie beim EO-Taggeld das steuerbare Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit, die Anzahl Taggelder ist auf maximal 30 limitiert. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen.
 

Vorgehen

Der Anspruch kann bei der Ausgleichskasse geltend gemacht werden, bei der bereits bisher die Beiträge abgerechnet wurden. Der Anspruch kann rückwirkend ab 17. März 2020 geltend gemacht werden und verjährt erst fünf Jahre nach Aufhebung der Massnahmen. Es besteht daher nicht dieselbe Dringlichkeit wie bei der Voranmeldung von Kurzarbeitsentschädigung. Die notwendigen Formulare werden voraussichtlich ab Montag, 23. März 2020 auf den Websites der Ausgleichskassen zur Verfügung stehen.
 

Information der AHV/IV betreffend Corona Erwerbsersatzentschädigung

Die AHV hat wertvolle Informationen über die EO-Entschädigung, das Anmeldeformular «318.758 – Anmeldung für die Corona Erwerbsersatzentschädigung» und einen Online-Rechner aufgeschalten.

Hier finden Sie die Informationen betreffend Corona Erwerbsersatzentschädigung.

 

4 Entschädigungen bei Erwerbsausfällen für Eltern, die für ihre Kinder sorgen müssen und für Personen in Quarantäne

 

Diese Entschädigungen stehen selbständigerwerbenden, aber auch angestellten Eltern zu, die für ihre Kinder sorgen müssen.
 

Anspruch auf Entschädigung

Folgende Personengruppen sind anspruchsberechtigt:

  • Anspruch auf eine Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen.
  • Anspruch auf die Entschädigung gibt es ebenfalls bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer Quarantäne.

 

Anspruchsberechtigt sind Eltern mit Kindern bis zum vollendeten 12. Altersjahr, die ihre Erwerbstätigkeit infolge Ausfall der Fremdbetreuung (auch Kindergarten und Kita) ihrer Kinder unterbrechen müssen. Während der Schulferien besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Es können beide Elternteile anspruchsberechtigt sein. Pro Erwerbstag kann jedoch nur ein Taggeld beansprucht werden.
 

Beginn und Dauer des Anspruchs

Für Personen mit Betreuungsaufgaben entsteht der Anspruch am vierten Tag, nachdem die Voraussetzungen für einen Anspruch erfüllt sind. Während der ersten drei Tage besteht eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers.

 

Bei Personen in verordneter Quarantäne beginnt der Anspruch, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anzahl Taggelder ist limitiert auf zehn Tage.

 

Der Anspruch endet bei beiden Personengruppen, wenn die Massnahmen gemäss Epidemiegesetz (EpG) aufgehoben werden.
 

Höhe der Entschädigung, Auszahlung

Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO; Erwerbsersatz bei Dienstleistung oder Mutterschaft) geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des letzten Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag.

 

Die Festsetzung und Auszahlung erfolgt durch die AHV-Ausgleichskasse, die vor dem Entschädigungsanspruch für den Bezug der AHV-Beiträge zuständig war.
 

Vorgehen

Der Anspruch kann bei der Ausgleichskasse geltend gemacht werden, bei der bereits bisher die Beiträge abgerechnet wurden. Auch Arbeitnehmende müssen ihren Anspruch selbst geltend machen und können bei der zuständigen Stelle des Arbeitgebers (HR, Lohnbüro) die zuständige Ausgleichskasse erfragen, allenfalls sogar die entsprechenden Formulare erhalten. Der Anspruch kann rückwirkend ab 17. März 2020 geltend gemacht werden und verjährt erst fünf Jahre nach Aufhebung der Massnahmen. Es besteht daher nicht dieselbe Dringlichkeit wie bei der Voranmeldung von Kurzarbeitsentschädigung. Die notwendigen Formulare werden voraussichtlich ab Montag, 23. März 2020 auf den Websites der Ausgleichskassen zur Verfügung stehen.

 

Wir sind für Sie da

Alle diese Massnahmen stellen eine grosse Erleichterung für die finanziell Betroffenen dar. Die Einforderung und Abrechnung dürfte allerdings Viele vor eine grosse Herausforderung stellen.

 

Sie sind bereits Kunde von BDO? Wenden Sie sich an Ihren Kundenpartner. Er bietet Unterstützung und berät Sie unter Berücksichtigung bereits bekannter Informationen im Hinblick auf Ihre allgemeine Situation.

 

Sie sind noch nicht Kunde von BDO? Wenden Sie sich an eine unserer 34 Niederlassungen in  Ihrer Nähe oder direkt bei unserem  Spezialistenteam.

Artikel von BDO Schweiz

  • Hanspeter Baumann, dipl. Treuhandexperte & Partner
  • Myriam Minnig, Leiterin Treuhand, Leiterin Fachgruppe Sozialversicherung und Vorsorge