Corporate Finance

Drei mathematische Methoden zur Unternehmensbewertung

 

Neben Faustformeln, Erfahrungswerten und Intuition gibt es verschiedene Berechnungsmethoden, mit denen der Wert eines Unternehmens geschätzt werden kann. Die Kombination verschiedener Methoden verspricht die genaueste Berechnung.

 

Beim Kauf eines Unternehmens oder der Beteiligung an einer Firma wird eine möglichst genaue Schätzung des Unternehmenswerts wichtig, um in die Verhandlungen zu gehen. Dabei wird sich meist auf das Gefühl oder gängige Faustformeln verlassen. Doch es gibt auch Berechnungsmethoden zur Bewertung eines Unternehmens.

 

Bei der Ertragswertmethode wird die Firma wie eine Aktienanlage behandelt. Dabei geht es um die Fragen, welche Rendite das Unternehmen über die nächsten Jahre macht und ob diese besser oder schlechter als ein Vergleichszinssatz ist. Dabei wird von den erwarteten Gewinnen in den kommenden drei bis fünf Jahren ausgegangen, die dann in ein Verhältnis zum sogenannten Kapitalisierungszinsfuss gestellt werden:

 

(Bereinigter Betriebsertrag x 100) : (Kapitalisierungszins + Risikozuschlag + Immobilitätszuschlag – erwartete Inflation)

 

Dieser Zins entspricht der Rendite einer vergleichbaren Anlage, zu der ein Risikozuschlag für die höheren Gefahren der unternehmerischen Situation addiert wird. Zusätzlich wird ein Immobilitätszuschlag addiert. Davon wird die erwartete Inflation abgezogen. Nicht betriebsnotwendige Anlagen werden noch selbständig errechnet und zum Ertragswert hinzugefügt. Die Substanzwerte des Unternehmens werden nicht eingerechnet.

 

Die Praktikermethode kalkuliert die Substanzwerte (Umlauf- und Anlagevermögen minus latente Steuerlast) und die Gewinnaussichten ein. Man geht von Substanzwert aus, addiert den Ertragswert der letzten beiden Geschäftsjahre und bildet einen Schnitt:

 

Unternehmenswert = Substanzwert + (2 x Ertragswert : 3)

 

Die Ebit-Methode geht vom Nettoertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus. Auf dieser Basis wird mittels verschiedener Faustformeln der Unternehmenswert ermittelt. Beispielsweise wird der 5- bis 7-fache Ebit-Wert angenommen. Diese Berechnungsmethode setzt allerdings eine regelmässige Rendite und solide Gewinnaussichten voraus. Für KMU mit Umsätzen bis zu 10 Millionen Franken gilt eher der untere Wert. Wie bei der Ertragswertmethode müssen hier zusätzlich die nicht betriebsnotwendigen Assets einkalkuliert werden.