Software

 

Auf Nummer Sicher

 

Max Keller entwickelt als Geschäftsführer der Siaxma AG modulare Software-Systeme für das Zeit- und Sicherheitsmanagement. Wir sprachen mit ihm über die Zukunft von Sicherheitssystemen und wie diese mit gesellschaftlichen Bedürfnissen einerseits und mit der faszinierenden Entwicklung neuer Technologien anderseits einhergehen.

 

Max Keller, man liest, Sicherheitstechnologien entwickelten sich extrem schnell. Plötzlich erscheinen biometrische Ausweise, Finger-, Augen- und Körperscanner sowie die ständige Videoüberwachung im Alltags- und Betriebsleben. Welche Trends beobachten Sie in Ihrer Branche und wie halten Sie Schritt?

Es gibt ja heute kaum eine Branche, in der die Entwicklung immer schneller fortschreitet als in der Informatik. Trotz den vielen neuen Technologien und Möglichkeiten, ist die Nachfrage nach konventionellen Zutrittssystemen konstant. Selbstverständlich verfolgen wir die aktuellen Trends und sind bereit, diese umzusetzen.

 

Die Biometrie ist zwar in aller Munde, dennoch bleibt es bei wenigen Installationen. In den meisten Fällen wird sie als Ergänzung für sensible Räume eingesetzt, zurzeit  mehrheitlich Handvenenscanner. Der Videomarkt wird von vielen grossen und kleinen Unternehmen bearbeitet. Hier konzentrieren wir uns ganz klar auf hochwertige Systeme, wie sie z. B. Casinos benötigen.

 

Durch den ständigen Austausch mit unseren Kunden können wir schnell und zielgerichtet neue Ansätze planen und umsetzen. Aber wir vernachlässigen auch die Neukundengewinnung nicht. Da lernen wir mit jeder Ausschreibung etwas dazu und erkennen, was der Markt verlangt. Auch da sind wir bereit, unsere Software mit diesen Wünschen zu ergänzen.

 

Dieses Jahr feierte die Siaxma AG ihr 30-jähriges Jubiläum. Blicken Sie einmal zurück. Wie hat sich das Sicherheitsbedürfnis Ihrer Kunden verändert?

Das Sicherheitsbedürfnis hat sich gar nicht so stark verändert, es wird einfach stärker wahrgenommen. Was sich aber geändert hat, ist der Anspruch an die Systeme. Heute ist es nicht mehr denkbar, dass eine Verbindung von der Peripherie zur Zentrale nicht verschlüsselt ist. Zudem müssen überall Sicherheiten eingebaut werden. Schliesslich spüren wir den Wechsel von Microsoft zu Linus sehr stark.

 

Hätten Sie sich vor 30 Jahren vorstellen können, was heute technisch möglich ist? Wie geht es jetzt weiter?

Wenn wir uns das nicht vorstellen könnten, hätten wir den Anschluss im Markt schon längst verpasst. Es geht immer schneller und die Ansprüche steigen und steigen. Etwas Luft bleibt aber, denn nicht alle unsere Kunden können von heute auf morgen auf die neuste Technologie umsteigen. Das muss zuerst budgetiert werden, was uns etwas mehr Zeit gibt für die Umsetzung.

Und werden in Zukunft nicht nur in Unternehmen und Betrieben, sondern auch vermehrt in privaten Haushalten solche Konzepte existieren?

Wir sind überzeugt, dass auch im Wohnungsbau die Sicherheitssysteme vermehrt einbezogen werden müssen. Da muss aber noch ein Umdenken bei den GUs, Architekten und Planern stattfinden. Denn noch immer kommt die Sicherheit erst im Nachhinein, was die Umsetzung massiv verteuert. Dieses Problematik kennen wir aber auch im Tagesgeschäft und sind daher nicht überrascht.

Ihre Firma entwickelt nicht nur Software, die Sicherheit garantieren soll, sondern auch solche, die - wenn erwünscht - Zeit-, Leistungs- und Betriebsdaten erfassen kann. Welche Vorteile haben solche Programme und führen diese ebenfalls zu einem größeren Sicherheitsgefühl?

Im Zeitmanagement geht der Weg ganz klar Richtung Selbstmanagement. Die Aufgaben der zentralen Zeiterfassung werden an die Mitarbeitenden delegiert. Das wiederum setzt voraus, dass in der Software ein ausgeklügeltes Kontrollsystem, welches durch die Vorgesetzten bedient wird, vorhanden ist. In einer Zeit, in der die Kosten für Mitarbeitende eine so wichtige Komponente sind, müssen die Aufwendungen einfach und transparent erfasst und ausgewiesen werden können. Durch das Selbstmanagement, bei dem der Mitarbeitende auch die benötigte Zeit für seine Arbeiten vorgibt, steigen Selbstvertrauen und  Sicherheitsgefühl automatisch.

 

Welche Gefahren birgt die ständige Kontrolle? Wird eine Gesellschaft mit einem so großen Sicherheitsbedürfnis nicht irgendwann paranoid?

Ja, es ist durchaus spürbar, dass nicht alle Menschen Gefallen finden an den neuen Technologien und den daraus resultierenden Massnahmen. Daher muss das Wort ‚Kontrolle‘ durch ‚Selbstmanagement‘ ersetzt werden, ansonsten werden wir wirklich paranoid.

 

Noch eine andere Frage: Auf Ihrer Website liest man die Siaxma AG sei klein, schweizerisch und familiengeführt. Was bedeutet „schweizerisch“ in diesem Kontext?

Wir wollen damit sagen, dass wir die Gesetze, die Ansprüche und Bedürfnisse unsers Landes verstehen und unsere Kunden und Interessenten keine Überraschungen diesbezüglich erleben, wenn sie uns als Partner auswählen.

 

Was meinen Sie: Sollte jedes KMU ein eigenes Sicherheitskonzept besitzen?

In Bezug auf Safety for Security, ja. Auf den ersten Blick bedeuten „Safety“ und „Security“ das Gleiche – beide Begriffe werden im deutschen Sprachgebrauch mit „Sicherheit“ übersetzt. Safety jedoch steht für Unfallvermeidung, Security für Kriminalprävention. Das lässt sich am besten mit einem Beispiel erklären: Wenn man an eine Notausgangstür denkt, dann gibt es auf der einen Seite die Safety. Nach deren Ansatz muss man zu jeder Zeit aus dem Gebäude herauskommen, im besten Fall steht die Tür immer offen. Für den Bereich Security – Stichwort Objektschutz – sollte es diese Tür im Idealfall gar nicht geben, damit niemand hineinkommt. Die Ziele und Werte von Safety und Security widersprechen sich zum Teil, was das Thema so spannend macht. Im Bereich der klassischen Safety werden in potenziell gefährlichen Maschinen Funktionen implementiert, um Menschen und Umwelt zu schützen. In Bezug auf Security schützt man dagegen nicht mehr die Menschen vor den Maschinen, sondern es verhält sich umgekehrt: Man bewahrt die Maschine davor, dass Menschen sie lahm legen oder relevante Sicherheitsfunktionen abschalten können. 

INTERVIEWPARTNER

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Siaxma AG

Max Keller